Der weibliche Zyklus wird vor allem durch Hormone gesteuert und bildet mit dem Eintreten des Eisprungs die fruchtbare Phase der Frau, welcher in der Zyklusmitte liegt. Der Beginn des weiblichen Zyklus ist der erste Tag der Menstruation und dauert ca. 28 Tage lang und wird in verschiedene Phasen unterteilt. Folgende Faktoren können den weiblichen Zyklus aber durchaus beeinflussen:

  • das Alter
  • der Körperbau
  • der Stoffwechsel
  • die Psyche

Die Menstruation besteht aus zwei Phasen: der Follikelphase und der Gelbkörperphase.

Reifungsphase der Eibläschen (Follikelphase)

GnRH

Hormon GnRH – Bild von wikipedia.org

Die erste Phase des Zyklus ist die Reifephase der Eibläschen. Am ersten Tag der Menstruation beginnt die Reifephase der Eibläschen. Dabei schüttet ein Teil des Hirns, der sogenannte Hypohalamus das Hormon GnRH aus, womit die Bildung des follikelstimulierenden Hormons beginnt. Etwa 40 bis 100 Eibläschen wachsen im Eierstock heran und produzieren Geschlechtshormone. Dies führt dazu, dass sich der Gebärmutterkanal vergrößert und sich Schleim bildet. Die Dauer dieser Phase beträgt in der Regel 14 Tage und endet erst mit dem eintreten des Eisprungs. Schon bereits kurz davor steigt das Hormon LH rapide an und löst nach einigen Stunden den Eisprung aus. Dieser dient vor allem dazu, die weibliche Eizelle von einer männlichen Samenzelle zu befruchten, weshalb sie auch nach über zwölf bis vierzehn Stunden danach noch vollends befruchtungsfähig ist.

Die Gelbkörperphase (Lutealphase)

progesterone

Progesterone – Bild von wikipedia.org

Die zweite Phase des weiblichen Zyklus ist die sogenannte Gelbkörperphase oder auch Lutealphase genannt. Sie dauert genau vierzehn Tage an. In dieser Zeit bildet sich aus den Resten des Follikels, welche im Körper zurück bleiben der sogenannte Gelbkörper, welcher kurzzeitig das Gelbkörperperhormon mit dem Namen Progesteron produziert. Dieses Hormon dient vor allem dazu, die Temperatur im Körper der betreffenden Frau um ca. 0,3 Grad Celsius ansteigen zu lassen.

Zur gleichen Zeit sorgen die Österogene dafür, dass die Gebärmutter der Frau auf eine potentielle befruchtete Eizelle vorbereitet wird. Würde sich zum Besipiel in dieser Zeit eine befruchtete Eizelle einnisten, so würde die Monatsblutung komplett aus bleiben. Kommt es jedoch zu keiner Befruchtung, so bildet sich der Gelbkörper langsam wieder zurück. Dieser Rückgang löst die Monatsblutung aus, in dem die Schleimhaut der Gebärmutter ausgestoßen wird. Zur gleichen Zeit steigen die Werte der Östrogene im Blut wieder an und der Zyklus beginnt wieder von vorn.

Das Wohlbefinden der Frau während des weiblichen Zyklus

wohlbefinden der frau

Das Wohlbefinden der Frau verändert sich in dieser Zeit.

Durch die hormonellen Veränderungen innerhalb des Körpers kann sich auch das Wohlbefinden der Frau ebenso verändern. Häufig kann die Östrogenproduktion besonders innerhalb der ersten Zyklusphase die Stimmung der Betroffenen deutlich anheben. Innerhalb der zweiten Zyklusphase werden die Brustdrüsen größer und das Brustgewebe lagert oftmals Wasser ein. Auch das sogennante Prämenstruelles Syndrom, kurz: PMS, kann gegen Ende des Zyklus eintreten und äußert sich durch eine seelische Unausgeglichenheit sowie Spannungsgefühlen in den Brüsten.

Die Pille verändert den Zyklus

Bei Nutzung der Pille wird das natürliche Östrogen sowie das Hormon Progesteron mit Hilfe von synthetischen Stoffen ersetzt. Dadurch erfolgt der hormonelle Verlauf bei Einnahme der Antibabypille viel konstanter als bei Frauen, welche ihre Hormone selbst produzieren müssen. Lediglich während der Abbruchblutung, in der in der Regel eine einwöchige Pillenpause erfolgt, gleichen sich die Hormonwerte vollkommen.

Den weiblichen Zyklus berechnen

zyklus berechnen

Der Menstruationskalender wird in der Regel 12 Monate lang bis auf den Tag genau, geführt. Bild © Christian Mueringer

Um den weiblichen Zyklus zu berechnen wird zwölf Monate lang ein sogenannter Menstruationskalender geführt. In diesem Kalender wird jeden Monat der Beginn der Monatsblutung auf den Tag genau eingetragen. Der letzte Tag der Blutung bildet hierbei das Ende des Monatszyklus.

Als nächstes muss die Länge der Monatszyklen ermittelt werden. Hierfür wird berechnet, wieviele Tage vom ersten Tag der Menstruation bis zum letzten Tag vergangen sind. Eine andere Möglichkeit zur Berechnung des weiblichen Zykluses bietet ein sogenannter Ovulationstest. Diese Tests messen ein bestimmtes Hormon, welches im Urin enthalten ist und können das Ende des Zyklus auch schon zwei Tage im voraus anzeigen. Aufgrund ihrer Genauigkeit werden sie vor allem zur Schwangerschaftsplanung sowie der Empfängnisverhütung genutzt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Temperaturmethode. Dabei werden die fruchtbaren Tage mit Hilfe der Körpertemperatur ermittelt und auf den Tag genau aufgeschrieben. Dafür muss die Frau jeden Morgen nach dem Aufstehen ihre Temperatur mit Hilfe eines Fieberthermometer ermitteln. Wird dabei ein Anstieg der Temperatur festgestellt, so naht das Ende der Menstruation. Bei dieser Methode ist es besonders wichtig, sie oft genug auszuführen, um seinen eigenen Rythmus kennen zu lernen. Jedoch gilt diese Methode der Empfängnisverhütung als sehr unsicher, da die Körpertemperatur der Frau auch aufgrund anderer Faktoren wie zum Beispiel: Stress, Schlafmangel, Krankheiten sowie Alkoholkonsum ansteigen kann.

Eintritt der ersten Regel

Junge Mädchen haben ihre erste Regel meist zwischen ihrem neunten und fünfzehnten Lebensjahr. Dabei wird die erste Blutung als sogenannte “Menarche” bezeichnet. Sie erfolgt gerade in den Anfangsphasen alles andere als regelmäßig, sondern muss sich erst mehrere Monate oder auch bis zu zwei Jahre lang einspielen bis er regelmäßig erfolgt.

Als regelmäßiger Zyklus gilt ein Zyklus, der 25 bis 35 Tage andauert. Jedoch haben lediglich zehn Prozent aller Frauen einen exakten Zyklus. Dabei spielt vor allem ein geregelter Alltag sowie die Ausgeglichenheit eine wichtige Rolle. Dagegen fördert Stress, harte körperliche Arbeit sowie Leistungssport Unregelmäßigkeiten. Auch eine Reise mit Verschiebung der Zeitzone nimmt Einfluss auf die Menstruation.

Der weibliche Zyklus wird auch in den folgenden Videos erklärt: